Andrea Marton - Kreativer zeitgenössischer Kindertanz München

Grenzen - los - tanzen

Tanzprojekte mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen

Die Projekte finden in Kooperation mit Tanz und Schule e.V. in München statt.

Hintergrund

Ein Drittel aller Geflüchteten, die nach Deutschland kommen, sind Kinder und Jugendliche.
Sie verlassen ihre Heimat mit ihren Familien, lassen Haus und vertraute Umgebung zurück, ihre Freunde, ihre Traditionen, und begeben sich auf die Reise ins Unbekannte. Das Unbekannte heißt nun Leben auf engstem Raum, warten, hoffen. Sie sind in einem Land, dessen Sprache sie nicht sprechen und nicht verstehen (ungeachtet der vielen Sprachen auf die sie in ihrer Umgebung stoßen), konfrontiert mit Regeln und Bräuchen, die ihnen fremd sind.
Oft ziehen sie sich in den engsten Kreis der Familie (wenn diese in Deutschland ist) als vertraute Umgebung zurück. Unbegleitete geflüchtete Jugendliche leiden wiederum unter ihren traumatischen Erlebnissen und Heimweh. In den Unterkünften leben alle unter engsten räumlichen Verhältnissen. Gerade die Kinder und Jugendlichen leiden unter großem Platz- und Bewegungsmangel. Kein Platz für Kindsein!

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Dort möchte das Projekt "Grenzen-los-tanzen" ansetzen.

Tanz verbindet jenseits der Sprache, macht Kontakt und Kommunikation möglich.
Tanz schafft Räume, die persönliche und soziale Identifikation erlauben.
Jenseits davon, dass Musik und Tanz Möglichkeiten geben, Erlebtes zu verarbeiten, bringen sie Freude und schaffen Raum mit anderen im Zweifelsfall auch ohne Worte in Austausch zu kommen, auszuprobieren, zu spielen. Tanz wird dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder gerecht.

Aktuelle Projekte

Dank der Spenden (Online-Plattform betterplace.org) und andereren UnterstützerInnen feiern die Projekte in der GU Hoffmannstraße nun im September 2017 ihren zweiten Geburtstag. In der Großunterkunft Hofmannstraße/Siemensallee wohnen ca. 800 Geflüchtete. Seit zwei Jahren besuchen Tanz-Künstlerinnen zweimal wöchentlich die Unterkunft, um in verschiedenen Gruppen mit den Kindern zu tanzen. Die Einteilung der Gruppen macht es möglich, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen einzugehen. Und wir versuchen, keine Ferienpausen entstehen zu lassen.

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  • Kindergartenkinder
  • Grundschulkinder (Mädchen)
  • Grundschulkinder (Jungs)
  • Jugendliche Mädchen

Zum Ende des Schuljahres gibt es ein Sommerfest, das die Eltern und Bewohner der Unterkunft dazu einlädt, Ergebnisse aus den Tanzprojekten in Form einer kleinen Präsentation zu sehen. Das Haus stellt Getränke und einzelne Mütter bringen traditionelles Fingerfood aus ihrer Heimat. So entsteht für alle Bewohner ein kleines "come together" und die Kinder können mit Stolz Eigenes präsentieren.

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Inzwischen sind die Projekte der Unterkunft auch außerhalb sichtbar geworden.
Mit Unterstützung der Stadt war es uns möglich für die Kinder ein Tanzstück mit zwei Tänzerinnen einzuladen, mit anschließenden Workshops für alle Kinder zum Thema Freundschaft. Diese Veranstaltung wurde getragen vom Kulturreferat.

Die Gruppe der jugendlichen Mädchen war auch Teil eines Jungen Abends im Kulturzentrum Gasteig, wo sie mit weiteren drei Jugend-Ensembles ein Tanzstück vor einer keinen Öffentlichkeit gezeigt haben.

Wir erreichen weiterhin wöchentlich zwischen 35 und 60 Kinder und Jugendliche zwischen
2 Jahren und 17 Jahren durch unser Tanzangebot. Erste Kinder haben mit ihren Familien inzwischen die Unterkunft verlassen und kommen doch weiterhin zum Tanzen in die GU.
Eltern kennen uns und kommen offen und freundlich auf uns zu. Das Tanzen ist ein Teil der Institution geworden. Auch wenn wenig im Leben dieser Kinder und Familien stabil und verlässlich ist. ... Wir sind für sie da!

 

Sämtliche Projekte werden durch ein multiprofessionelles Team aus 4-5 erfahrende KollegInnen geleitet. Es kommen immer wenigstens zwei Kollegen gemeinsam zum Tanzen. In kurzen zeitlichen Abständen und auf Anfrage steht ihnen eine fachliche Begleitung/Supervision durch erfahrene Kolleginnen, eine Traumapsychologin oder Heilpädagogin zur Verfügung.

Konzept/Koodination/Kontakt: Andrea Marton

 

Spenden für „Grenzen-los-tanzen“ sichern die weitere Arbeit

Unterstützen Sie unsere Projekte über die Spendenportale "gut für München" und "zusammen für Flüchtlinge". 

 

Wir danken allen Spendern ganz herzlich!

Bitte unterstützen Sie uns weiter und spenden Sie Freude an die Kinder!

Zu den Spendenseiten:

www.gut-fuer-muenchen.de/projects/45480

www.zusammen-fuer-fluechtlinge.de/projects/45480

 

Abgeschlossene Projekte 

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Breakdance mit unbegleiteten männlichen Geflüchteten in der Burg Schwaneck (ehemaliges Schullandheim in Pullach mit 100 unbegleiteten Geflüchteten), im Zweiwochenrhytmus, Freitagabend, 20.00-21.30 Uhr. Träger ist die Jugendhilfe Oberbayern, finanziert ist das Projekt von einem privaten Förderer. (Beendet, da die Unterkunft aufgelöst wurde.)

"Genzenlos Tanzen" in der Schutz- und Clearingstelle MädchenRäume in München: Bei dem Tanzangebot bekommen die Mädchen einen freien Raum, in dem sie sich selber ausprobieren, auf einer tänzerischen Ebene in Kontakt mit anderen Mädchen treten und Freude an der Bewegung erleben können. Träger: Innere Mission München.

Projektbericht MädchenRäume

 

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Von Januar bis Mai 2017 findet an der Mittelschule Pullach ein Chance-Tanz-Projekt mit Schülern aus der Mittelschule und geflüchteten unbegleiteten Jugendlichen aus Pullach statt.

Dabei geht es um eine Annäherung der verschiedenen Jugendlichen über den zeitgnössischen und urbarnen Tanz.

Wöchentlich arbeiten sie mit Läm Phetnoi (Breakdance) und Andrea Marton (zeitgenössischer Tanz) zwei Stunden. Es sind Vorstellungs- und Probenbesuche geplant.

Das Projekt wird dokumentiert und begleitet durch Severin Vogl (Filmer) und einer kleinen Gruppe SchülerInnen.

Das Projekt endet mit einer kleinen öffentlichen Präsentation an der Schule.               Chance Tanz - Video Clip & Kurzinformation zum Programm

 

 

 

Die Stadt München trägt finanziell seit Dezember 2016 eine Arbeitsgruppe (Leitung Andrea Marton und Christa Coogan) "Tanz und Musik für und mit Geflüchteten", deren Ziel es ist, Erfahrungen und Themen der Tanz- und MusikvermittlerInnen auszutauschen, sowie durch die Einladung externer Experten das Hintergrundwissen zum Thema Flucht zu förden und zu vertiefen.

tanzkunst mit geflüchteten
Der Bundesverband Tanz in Schulen hat eine Publikation veröffentlicht, die die unterschiedlichen Aspekte dieses Themas beleuchtet. Sie beinhaltet sowohl die Fachbeiträge des im Februar 2017 veranstalteten Symposiums „Tanzkunst mit und für geflüchtete Menschen“ als auch darüber hinausgehende Beiträge und Hinweise. "Grenzen-los-tanzen" wird im Abschnitt 3.2 als ein Praxisbeispiel vorgestellt.

Die Publikation steht hier als Download zur Verfügung:
Tanzkunst mit geflüchteten Menschen (PDF)

 

Initiative kulturelle Integration
Gemeinsam mit dem Deutschen Kulturrat haben Staatsministerin Monika Grütters, Bundesinnenminister Thomas de Maizière, Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles und Staatsministerin Aydan Özoğuz die „Initiative kulturelle Integration“ ins Leben gerufen.

Im Rahmen dieser Initiative werden Vertreterinnen und Vertreter aus Staat, Kultur und Zivilgesellschaft aktuelle Herausforderungen für kulturelle Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt erörtern und angehen. Dabei sollen sich die vielfältigen Kulturen unserer Gesellschaft und die Kulturen der Menschen, die zu uns kommen, auf Augenhöhe begegnen. Es ist geplant, die Ergebnisse zum UNESCO-Welttag der kulturellen Vielfalt im Mai 2017 öffentlich vorzustellen.

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, sagte: „Diese Initiative ist mir ein Herzensanliegen. Denn die kulturelle Integration spielt eine Schlüsselrolle für die gesellschaftliche Integration. Kultur kann Welten öffnen, wenn Zivilgesellschaft und Staat partnerschaftlich zusammenwirken. Der Staat ist vor allem für vernünftige Rahmenbedingungen verantwortlich. Diese allein bewirken jedoch wenig, wenn sie nicht mit einer engagierten Zivilgesellschaft gemeinsam ausgestaltet werden. Vertrauen wir auf das große integrative Potenzial der Kultur und der Künste.“

Pressemitteilung - Deutscher Kulturrat - Startschuss fuer Initiative kulturelle Integration

 

Integration braucht engagierte Menschen und stabile Strukturen
Unter diesem Titel hat der Deutsche Kulturrat im April 2016 eine Stellungnahme zu den langfristigen Herausforderungen der Integration und dem Potenzial des Kulturbereiches veröffentlicht.

Integration braucht engagierte Menschen und stabile Strukturen      Pressemitteilung – Deutscher Kulturrat - Langfristige Aufgabe Integration

 

Zur Lage von Flüchtlingskindern in Deutschland
Die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. hat einen Artikel zur UNICEF-Studie "Lagebericht zur Situation der Flüchtlingskinder in Deutschland" veröffentlicht.

Zur Lage der Flüchtlingskinder in Deutschland - DGVN       Lagebericht zur Situation der Flüchtlingskinder in Deutschland - UNICEF

 

BSMaktuell






"Musik zum Leben"     BürgerStiftung München